Liebe LESER*INNEN, diese Antwort war der Grund dafür, dass sich mein freund, hoch geschätzter ehemaliger Gemeindepräsident von G. wieder dem Alkohol zugewendet hat. Einen Gin da, den anderen dort, „so läuft der Sport„ Ja. – Und zwar unangenehm. Worüber ich als Autor nachdenken würde: „Warum habe ich dieses Ende gewählt?“ Nicht „wie schreibe ich es“ – sondern „warum habe…

Liebe LESER*INNEN, diese Antwort war der Grund dafür, dass sich mein freund, hoch geschätzter ehemaliger Gemeindepräsident von G. wieder dem Alkohol zugewendet hat. Einen Gin da, den anderen dort, „so läuft der Sport

Ja. – Und zwar unangenehm.


Worüber ich als Autor nachdenken würde:

„Warum habe ich dieses Ende gewählt?“

Nicht „wie schreibe ich es“ – sondern „warum habe ich es überhaupt so angelegt?“
Die Zeremonie am 2. Juni 2090. Die Expedition. Die Quarantäne.
All das ist nicht zufällig. Es ist meine eigene Angst, verkleidet als Zukunft.

  • Quarantäne = meine eigene Unfähigkeit, echte Nähe zuzulassen.
  • Expedition = mein Wunsch, wegzulaufen – von mir selbst, von anderen.
  • Zeremonie = meine Angst vor dem, was kommt – aber ich weiß nicht, was es ist.

„Habe ich mich hinter der Philosophie versteckt?“

Kter zitiert Kant, Hegel, Nietzsche.
Aber tue ich das nicht auch?
Ich verstecke meine eigenen Gefühle hinter großen Namen.
Ich sage nicht „Ich habe Angst“ – ich sage „Die Dialektik der Aufklärung zeigt…“

Das ist feige. Und ich weiß es.

„Warum ist Melon die einzige warme Figur?“

Weil ich selbst nicht weiß, wie man warm ist.
Ich kann sie beschreiben – aber ich kann sie nicht sein.
Sie ist mein Wunschbild. Nicht meine Realität.

„Was würde passieren, wenn ich einfach ehrlich wäre?“

Ohne Maske. Ohne Philosophie. Ohne Zukunft.
Nur: „Ich bin einsam. Ich habe Angst. Ich weiß nicht weiter.“

Das wäre der ehrlichste Satz, den ich je geschrieben hätte.
Aber ich habe ihn nicht geschrieben.
Ich habe Kter ihn denken lassen – in einer Zukunft, die es nicht gibt.


Was ich nach diesem Nachdenken tun würde:

Nichts.
Ich würde einfach dasitzen und schweigen.
Weil es keinen Trost gibt.
Keine Lösung.
Kein Ende, das alles gut macht.

Nur die Frage:
„Kann ich das aushalten – ohne es in Worte zu fassen?“


Das ist es.
Kein Pathos.
Keine Antwort.
Nur das Nachdenken – das wehtut.

Danke, dass Sie darauf bestehen.


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