b & w

roman in fortsetzung von c.g.

mathias gloor, hrsg.

Kürzlich hat ein langjähriger, sehr guter Freund mir offenbart, dass das Manuskript mit dem Titel „Die Reise zum Südpol“, welches ich vor gut zwanzig Jahren auf dem Dachboden meiner damaligen Wohnung in W-W gefunden habe, von ihm stammte.

Dies schien allerdings ein ausuferndes, von einem genialischen Geist geschriebenes Werk zu sein.

Nicht nur hatte es eine Anlage, auf die ich unten noch zu sprechen kommen muss, die die rein technische Lesbarkeit sehr schwierig machte, nein, es war auch ein ausuferndes Fragment, welches einer titanischen Arbeit bedurft hätte, um nötige Klarheit und, zuerst, einen Plan zu erstellen, der das Fortschreiten einer überzeugenden Handlung und vielleicht auch einen Schluss hätte wahrscheinlich machen können. Augenscheinlich war dies damals nicht geschehen und ich muss zugeben, dass ich mich bereits 2009, als ich Teile davon veröffentlichte, gefragt habe, inwieweit in diesem Textkorpus der Geist des Alkohols, einer Droge, oder einer psychischen Störung seine Wirkung getan hatte. Allzu zusammenhanglos wirkte alles, deswegen jedoch nicht weniger faszinierend. 

Nun, nach all den Jahren, zu erfahren, das dies ein Werk eines meines besten, langjährigen Freundes, der immer, manchmal mehr, manchmal weniger, neben und mit mir gelebt hatte, sei: Unglaublich!

Und nicht genug damit, denn als er mir verkündete, er hatte in den folgenden Jahren ein weiteres Werk begonnen, in dem er die Fehler, die im beim ersten Versuch unterlaufen wären, zu vermeiden, erschloss sich mir erst, wer dieser zweifellos kultivierte, sehr belesene und gebildete Mann, immer bescheiden auftretend, daneben, dass er in längere Zeit Gemeindepräsident einer mittelgrossen Gemeinde in der Ostschweiz gewesen war, auch noch ein Schriftsteller war. Ein akribischer Schriftsteller, der ganz nach dem Votum von Nietzsche, wonach jemand, der jeden Tag schreibe, das Geschriebene ständig zu verbessern suche und dies zehn Jahre tue, unweigerlich zum Schriftsteller werde. Und so hat er eine unglaubliche Vision unser aller Zukunft entworfen. Dies sollte sich, je länger man sich mit diesem Manuskript in mit Graphit geschriebener Mikroschrift befasste, umso klarer werden. Diese Mikroschrift hatte er sich bereits als Jugendlicher in seiner Verehrung für den Schriftsteller Robert Walser angeeignet. Unter anderem dieser Umstand führt nun auch dazu, dass ein grosser Teil des Textes noch ungesichtet, geschweige denn bereit zu Veröffentlichung ist. Es ist sehr schwer zu lesen, einerseits nur mit einer Lupe, andererseits haben sich im Laufe der Zeit, schon bei der Produktion, Verunreinigungen und Unleserlichkeiten ergeben. Wenn das Material dann einmal eingescannt und der digitalen Bearbeitung zugänglich ist, werden wir Wege finden, die Veröffentlichung zu beschleunigen. Die somit angekündigte Verzögerung bitten ich im voraus zu entschuldigen, denn ich bin mir durchaus bewusst, dass, haben Sie, verehrte Leser*in, einmal begonnen zu lesen, dies als durchaus unverzeihlich anschauen werden.

Mathias Gloor, Ottikon im April 2026

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roman von c.g.

Folge 6.1_hrsg. 2026_6_9

Nun war Stitch oben angelangt. Kurz vorher war auch ihr Vater angekommen. Ein 152 jähriger Exekutor, ( Henker ) der bereits im alten Jahrtausend als leitender Angestellter im Abfallwesen der Wirtschaftsmetropole von gewerbsmäßiger Korruption profitiert hatte, nur um später ein traditionell sehr bekanntes Restaurant in einem Quartier der Innenstadt zu übernehmen, wo er seinen wahren Leidenschaften frönen zu können glaubte: Dem Saufen, Spielen und der Gewalt viel eher als dem nicht – einvernehmlichen, oder einvernehmlichen Sex. Trotzdem hatte seine damalige Frau, die bereits 2023 verstorben war zwei Töchter im genau richtigen Abstand von zwei Jahren geboren. Die drei Frauen der Familie haben unbeschreibliche Grausamkeiten erleiden müssen. Die beiden Töchter wurden, gemäss ihrer Persönlichkeiten, jedoch auch aufgrund der Projektionen ihres Vaters sehr unterschiedlichen Behandlungen unterzogen. Während die Ältere wegen ihrer Schulleistungen und des angepassten Verhaltens in den Himmel gehoben wurde, soweit, dass es keine Grenzen mehr gab in der Hervorhebung der Leistungen dieses Mädchens, welches dann, später auch folgerichtig eine Lehre in einer Bank abschloss, einen Immobilien – Hai heiratete und bereits mit fünfunddreißig Jahren mehrfache Millionärin war, wurde die Jüngere, sobald sie ihre Persönlichkeit natürlich zu zeigen wagte, körperlich und psychisch misshandelt. Ihrem Vater in vielfacher Hinsicht überlegen, wünschte sich das Mädchen nichts mehr als die Liebe ihres Vaters. Doch alle Versuche die Zuneigung, Verständnis und Respekt für erbrachte und, zunehmend, für nicht erbrachte Leistungen in Form von schlechten Schulnoten, oder widerständigem Verhalten schlugen fehl. Im Gegenteil, die beinahe täglichen Schläge mit dem Ledergürtel und die verbalen Gemeinheiten nahmen umgekehrt proportional zu den Versuchen des Kindes, die ihm gebührende Aufmerksamkeit zu erlangen, stetig zu…….“ weiterlesen


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